Kontrolle

Kontrollverfahren Blower-Door-Messung und Thermografie im Passivhausbau


Die Blower-Door-Messung und die Thermografie sind die einzigen Prüfungsmaßnahmen für das Passivhaus. Hauptsächlich werden die notwendigen Daten per Software errechnet, wobei sich darauf verlassen wird, dass die Pläne  korrekt umgesetzt und sorgfältig ausgeführt werden. Hierbei sind aber Manipulationen und Fehler möglich. Die Daten könnten falsch eingegeben werden oder die Herstellerangaben stimmen nicht mit den tatsächlichen Werten der Materialien überein. Auch der technisch einwandfreie Einbau ist nicht immer garantiert.
An verschiedenen Prüfstellen, wie dem Passivhaus Institut werden die Bauteile auf Tauglichkeit für das energieeffieziente Bauen untersucht und es wird überprüft, ob die angegebenen Werte der Realität entsprechen. Mit Kosten verbunden ist das Passivhaus-Zertifikat des Passivhaus Instituts. Hierbei wird überprüft, ob die Berechnungen des Planers korrekt sind, es ist auch möglich, dass das Haus selbst begutachtet wird. An dieser Stelle sollte durch den Bauherrn nicht gespart werden.
Auch sehr teuer ist das RAL-Gütezeichen. Für ca 2.500 € je Einfamilienhaus überprüft ein Güteprüfer die Bauausführung zu verschiedenen Zeitpunkten. Hierbei wird Augenmerk darauf gelegt, ob die Ausführung mit der Planung überein stimmt und ob alle Bauteile vorschriftsmäßig zusammengefügt werden.
Besonders entscheidend ist, dass der Bauherr sich Planer und Baufirmen sucht, die mit der Errichtung von Passivhäusern bereits bestens vertraut sind und jahrelange Erfahrung gesammelt haben.

Thermografie im Passivhausbau

Die Gebäudethermografie ist ein Verfahren, bei dem mit einer Infratrot-Kamera Aufnahmen gemacht werden, bei denen sich Temperaturunterschiede durch verschiedene Farben sichtbar machen lassen. Hierbei sollte die Temperaturdifferenz zwischen Gebäudeinneren und der Außenluft möglichst hoch sein. Je heller dann der Farbton auf dem Bild, um so mehr Wärme geht an dieser Stelle verloren. Auf diese Weise lassen sich Wärmebrücken nachweisen, so dass anschließend Maßnahmen zu deren Beseitigung ergriffen werden können. Auch Feuchtigkeitsschäden, undichte Stellen an Rohrinstallationen und fehlerhafte Durchdringungen lassen sich durch die Aufnahmen lokalisieren und anschließend beheben.


Blower-Door-Test im Passivhausbau

Der Blower-Door-Test ist ein beim Bau von einem Passivhaus unentbehrliches Hilfsmittel zur Kontrolle der Bauausführung. Die Kosten für einen Blower-Door-Test halten sich in Grenzen und mittlerweile gibt es zahlreiche darauf spezialisierte Betriebe.
Mit dem Blower-Door-Test mit Leckageortung lassen sich Schwachstellen in der Gebäudehülle herausfinden ohne Teile des Materials aufbohren oder auf andere Weise beschädigen zu müssen.
Das Blower-Door-Gerät ist ein spezielles Gebläse, das am Tür- oder Fensterrahmen befestigt wird. Mit dem Gebläse wird dann Luft aus dem Gebäude gesaugt oder in dieses hineingeblasen wird. Auf diese Weise entsteht je nach Verfahren ein Über- oder Unterdruck. Durch Wärmebrücken und andere Schwachstellen im Gebäude strömt nun Luft nach. Gemessen wird, welchen Luftvolumenstrom das Gebläse erzeugen muss, um den vorher festgelegten Druck aufrecht erhalten zu können. Um als Passivhaus anerkannt zu werden, darf bei diesem Test nur das 0,6-fache Luftvolumen je Stunde ausgetauscht werden.
Durch diese Messung wird der Luftstrom im gesamten Gebäude überprüft. Mit der Leckageortung können die Schwachstellen konkret aufgespürt werden. Dies funktioniert, indem die Luftströme zum Beispiel durch künstlichen Rauch sichtbar gemacht werden.
Sinnvoll ist es, den Blower-Door-Test durchzuführen, wenn Fehler noch behoben werden können. Das bedeutet, dass die luftdichten Bereiche fertig gestellt sein sollten, die Innenverkleidungen der Wände mit zum Beispiel Fliesen oder Tapeten sollte noch nicht erfolgt sein.
Zur Kontrolle sollte eine zweite Messung nach Fertigstellung des Gebäudes durchgeführt werden. Nach Durchführung des Tests stellt die Firma eine DIN-gerechte Auswertung aus, in der die Messergebnisse dargestellt werden. Zusätzlich erhält der Bauherr bei bestandenem Test ein Dichtheitszertifikat.

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Publiziert am: Dienstag, 17. Juni 2008 (2502 mal gelesen)
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