Eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Bauherr zu treffen hat, ist die Frage nach der Bauweise. Dies gilt auch beim Passivhaus, da dieses keine spezielle Bauweise zur Voraussetzung hat. Es besteht freie Wahl zwischen Massiv-, Holz- oder Mischbauweise. Selbst Fertighäuser können Passivhäuser sein.
Bei dieser Entscheidung spielen der Wohnkomfort, die Bauzeit, der Preis und die Umweltfreundlichkeit eine Rolle.
Als umweltfreundlich und besonders behaglich gilt der Holzbau. Er ist für Allergiker sogar gesundheitlich entlastend. Das Holzhaus an sich zeichnet sich nicht durch hohe Wärmespeicherfähigkeit aus. Es besteht jedoch die Möglichkeit, durch Latentwärmespeichermaßahmen wie z. B. PCM-Platte (Phase Change Material) die Wärmespeicherfähigkeit deutlich zu erhöhen. Holzbauten sind schon in der Herstellung ökologischer als Massivbauten. Dies liegt unter anderem daran, dass nachwachsende Rohstoffe verwandt werden. Es ist möglich, dass ein Holzpassivhaus nach 30 Jahren so viel Energie verbraucht hat, wie ein Massivpassivhaus bereits bei der Herrstellung.
Ein Problem des Holzbaus ist jedoch die Geräuschübertragung im Haus. Hier bedarf es spezieller Maßnahmen, um den gleichen Schallschutz zu erreichen, wie er im Massivbau möglich ist.

Der Keller eines Holzhauses ist in der Regel massiv gebaut. Jedoch bestehen Außenwände, Decken und Dach größtenteils aus Holz oder Holzwerkstoffen. Von stabförmigen Bauteilen aus Holz oder Metall werden die tragenden Funktionen übernommen.
Ein Vorteil der Holzbauweise ist, dass viele Vorfertigungsmöglichkeiten bestehen. Hierdurch können bei höherer Qualität Kosten gegenüber der herkömmlichen Bauweise eingespart werden. Die reine Bauzeit ist durch die Möglichkeit der Vorfertigung und durch schnellere Trocknungszeiten erheblich kürzer, doch ist bei einem individuellen Bau zugleich von einer längeren Planungsphase auszugehen.
Die Mehrkosten, um ein Passivhaus zu errichten, sind deutlich niedriger als beim Massivhaus, da die Möglichkeit besteht, die Dämmung in die Ebene der Tragekonstruktion zu integrieren. Die Wandstärken beim Holzhaus betragen ca 34 cm. Sie sind damit deutlich schlanker als die Wände der Massivbauten. Damit kann bei gleicher Gebäudegrundfläche mehr Innenraum geschaffen werden.
Massivbauten allerdings haben den Vorteil einer höheren Wärmespeicherfähigkeit. Dies bedeutet, dass diese Häuser mehr Wärme speichern und diese zeitversetzt wieder abgegeben. Dies bedeutet aber auch, dass vor allem während längerer Hitzeperioden eine sinnvolle Verschattung notwendig ist.
Bei Massivbauten ist grundsätzlich nur der Dachstuhl aus Holz. Die Wände sind massiv, also vollflächig tragend. Die meisten dieser Bauten werden verputzt. Dies hat den Vorteil, dass die Wände und Decken automatisch luftdicht sind. Lediglich im Bereich der Fugen ist eine zusätzliche Abdichtung notwendig.
Für welche Bauweise der Bauherr sich entscheidet, ist oft eine ideologische Frage. Massivbauten gelten als solider, während Holzbauten für behagliche Gemütlichkeit stehen. Eine grundsätzliche Empfehlung kann es nicht geben. Es müssen im Einzelfall alle Anforderungen des Bauherren mit den Vor- und Nachteilen der Bauvarianten abgewogen und dann erst entschieden werden.
Weitere Informationen zum Massivbau und Fertigbau finden Sie auf dem Ratgeberportal hausbau-tipps.info.
