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Erdwärmetauscher

Erdwärmertauscher zur Wärmegewinnung im Passivhaus


Sinnvoll aber nicht unbedingt notwendig ist es, die Frischluft über einen Erdreich-Wärmetauscher zu leiten.

Um der Abluft ausreichend Wärme entziehen zu können, ist es notwendig, dass die Lüftungsanlage im Winter nicht vereist. Dies könnte passieren, wenn die Zuluft Temperaturen inne hat, die ausreichen, um die Abluft bis unter den Gefrierpunkt zu kühlen. Auf diese Weise könnte sich Eis bilden, durch das die Anlage verstopft oder beschädigt werden kann. Die Zuluft muss daher auf mindestens – 4 – 0 ° C vorerwärmt werden. Dies kann mit Erdwärme effektiv erreicht werden, da die Erde in 1,5 – 2,5 m auch im Winter ca 5 ° C warm ist, was für diese Zwecke ausreicht. Im Sommer dagegen lässt sich die heiße Außenluft durch das dann kühlere Erdreich leicht abkühlen.

Ob man sich für einen Erdwärmetauscher entscheidet muss auf jeden Fall vor Baubeginn feststehen, da eine spätere Nachrüstung nicht möglich ist. Beim Einbau des Systems muss so präzise und sorgfältig wie möglich vorgegangen werden, da spätere Ausbesserungen in den meisten Fällen nicht vorgenommen werden können. Im wesentlichen muss auf vollständige Wasser- und Luftdichtheit geachtet werden, damit auch bei gestiegenem Grundwasserspiegel kein Wasser von außen in die Rohre dringt. Die Rohre sollten in einem leichten Gefälle verlegt werden, damit Kondenswasser ablaufen kann. Für diese Kondenswasser muss am tiefsten Punkt eine Kondensatabfuhr integriert sein, die wartungsfähig ist.

Bei der Wahl der Materialien des Erdwärmetauschers sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden. Die Frischluft für das gesamte Haus läuft durch die Rohre des Systems. Es ist daher wichtig, dass sich keine Schadstoffe, Keime oder Gerüche in den Rohren bilden und in der Luft verbreiten können. Es bieten sich Rohre aus hartem Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyethylen an, da diese lebensmittelecht und physiologisch unbedenklich sind.

Zu beachten ist, dass die Rohre nicht zu kurz sein dürfen, da der Weg der Luft durch das System sonst nicht lange genug ist, um Frostfreiheit garantieren zu können. Er darf aber auch nicht zu lang sein, da sonst zu starke Druckverluste auftreten. Die gängigen Systeme haben daher Längen von 25 bis 50 m.
Direkt am Ansaugstutzen des Systems muss ein Filter angebracht sein, der erreichbar und reinigungsfähig ist. Dadurch wird verhindert, dass organische Substanzen in den Erdwärmetauscher gelangen. Diese wären eine Voraussetzung zur Schimmelbildung. Weiterhin ist der Erdwärmetauscher mit einer antibakteriellen Schutzschicht belegt. Unersuchungen haben ergeben, dass es, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, nicht zu Schimmel- und Bakterienbildung im Inneren des Erdwärmetauschers kommt.



Für die Umsetzung des Erdwärmetauschers gibt es verschiedene Systeme. Man spricht von Luftbrunnen, Luft-Erdwärmetauschern und Sole-Erdwärmetauschern.

Der Luftbrunnen funktioniert, indem Luft eine Kiesschüttung durchströmt. Diese wurde von Erde und durchströmender warmer Luft erwärmt und kann diese Wärme an die kalte Luft abgeben. Dieses Prinzip ist jedoch aus hygienischen Gründen, die vor allem die Luftfeuchtigkeit betreffen, umstritten.

Der Luft-Erdwärmetauscher lässt die Luft durch ein langes Rohr durch die Erde strömen. Dadurch wird sie im Sommer gekühlt und im Winter gewärmt. Die Rohre sind für Einfamilienhäuser 15 – 20 cm stark und 25 – 45 m lang. Sie liegen 1,5 – 2 m tief unter der Erde. Der Kanal muss stets so sauber und trocken bleiben, wie es geht, damit Keimbildung verhindert werden kann.

Der Sole-Erdwärmetauscher enthält eine 3 cm dicke Soleleitung in der Erde. Durch diese strömt Wasser mit Frostschutzmittel. Das Wasser nimmt die Erdtemperatur auf und erwärmt oder kühlt dann im Luftheizregister im Keller den Luftstrom. Hierzu werden bei Einfamilienhäusern 32 mm dicke PE-Schläuche verwendet, die in der Erde verlegt werden. Diese Leitungen sind 1,5 – 2 m tief vergraben. Sollte das Gebäude über einen Keller verfügen, wird die Leitung grundsätzlich um den Keller herum gelegt.

Bei allen Anlagen, die die Erdwärme nutzen, sollte eine Bypassklappe vorliegen, die dafür sorgt, dass beispielsweise im Frühsommer die Luft nicht abgekühlt und im Frühwinter die Luft nicht zu stark erwärmt wird. Andernfalls kann es sein, dass im Spätsommer oder späten Winter die Erde nicht mehr die geeignete Temperatur hat, um die Funktion der Anlage erfüllen zu können.



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