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Lüftungssysteme

Lüftungssysteme im Passivhausbau


Die Komfort-Lüftungsanlage im Passivhaus zur kontrollierten Be- und Entlüftung

Ein zentraler Bestandteil des Passivhauses ist die Komfort-Lüftungsanlage. Über diese Lüftung erfolgt der hygienisch notwendige Luftaustausch. Da ein Durchströmen der Luft durch Undichtheiten in der Gebäudehülle bei Passivhäusern vermieden wird, ist diese Lüftung notwendig, um Raumschadstoffe wie z.B. Rauch und Gerüche ab- und dem Wohnraum neuen Sauerstoff zuführen. Gleichzeitig wird Feuchtigkeit abtransportiert. Die Bausubstanz wird daher vor Schimmelbildung geschützt. Die Außenluft wird, bevor sie in die Räume gelassen wird durch Filter von Schadstoffen und Pollen gereinigt, was besonders allergiefreundlich ist. Die Wechselperioden der Filtern liegen zwischen 3 und 12 Monaten. Bei der Auswahl des Lüftungsgerätes sollte darauf geachtet werden, dass eine Anzeige vorhanden ist, wann der Filter auszuwechseln ist. Diese Auswechslung sollte problemlos möglich sein.

Das Passivhaus wird  in verschiedene Lüftungsbereiche eingeteilt. Es gibt die Abluftbereiche und die Zuluftbereiche. Abluftbereiche sind Küche, Bad, Dusche und WC, also Orte, in denen schlechter Geruch und Feuchtigkeit vorhanden ist. Zu den Zuluftbereichen gehören Wohn- Schlaf-, und Arbeitszimmer. Die Zufuhr der Zuluft in den Räumen kann anhand von Quellauslässen im Boden oder anhand von Tellerventilen in der Decke erfolgen. Dielen und Treppenhäuser und Flure gehören keinem speziellen Bereich an. Sie werden zum Überströmen der Luft von Zuluft- in Abluftbereiche genutzt. Diese Strömungen sind auf Grund ihrer Langsamkeit für den Bewohner weder hör- noch spürbar.

 



Das gesamte Luftvolumen wird ca alle 2 Stunden einmal ausgetauscht. Die Zuluft erwärmt sich dabei teilweise in dem sie der Abluft die Wärme entzieht, dadurch kann der lüftungsbedingte Wärmeverlust um bis zu 90 % minimiert werden. Für Wintermonate reicht dies jedoch nicht aus. Das Gebäude sollte daher mit einer Möglichkeit der zusätzlichen Erwärmung ausgestattet sein. Diese ergänzende Wärme wird dem Gebäude auch durch die Rohre des Lüftungssystems zugeführt. Um den Wärmeverlust dabei möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass die Rohre gut isoliert sind.
Weiterhin müssen im gesamten Lüftungssystem ausreichend Schalldämpfer eingebaut sein, damit die Geräuschübertragung zwischen den einzelnen Räumen und vom Gerät zu den Räumen vermieden werden kann.

Die Lüftung mit Wärmeübertragung verhindert durch ihre Wirkungsweise, dass die beiden Luftströme sich vermischen. Sie sind durch eine wärmedurchlässige Wand voneinander getrennt. Es gibt zwei Prinzipien des Wärmeaustauschs, das Gegenstromprinzip und das Kreuzstromprinzip. In modernen Lüftungen kommt überwiegend letzteres zur Anwendung. Dabei werden die Ströme aneinander vorbei geführt. Auf diese Weise kreuzen sich ihre Wege mehrfach, so dass die Temperaturen getauscht werden können.

Moderne Lüftungen lassen sich zeitgesteuert programmieren. Für Zeiten, in denen die Bewohner abwesend sind, erfolgt dann eine Grundlüftung, bei normaler Anwesenheit der Bewohner läuft die Lüftung dann im Normalbetrieb, während auch eine Partyschaltung möglich ist, wenn sich Besuch angekündigt hat.

Es gibt viele unterschiedliche Lüftungssysteme mit zusätzlicher Wärmequelle. Welche im Einzelfall anzuwenden ist, hängt von der Art und Größe des Gebäudes, von der Anzahl der darin lebenden Personen und von den solaren Erträgen ab.

Der Sommerbypass in der Passivhaus-Lüftungsanlage für kühlere Zuluft im Sommer

In vielen Anlagen ist bereits ein so genannter Sommerbypass integriert. Dieser sorgt im Sommer, wenn die Innenraumtemperaturen höher sind als die Außentemperaturen, was zum Beispiel in den Morgenstunden der Fall ist, dafür, dass die Zuluft durch die Abluft nicht ungewollt erwärmt wird. Die kühlere Zuluft wird so direkt in die Räume geleitet. Die Wärme der Abluft kann dann vollständig zur Warmwasserbereitung genutzt werden. Es ist auch möglich, dieses System nur für einzelne Teile der Zuluft, zum Beispiel für das Schlafzimmer, dass grundsätzlich etwas kühler als die übrigen Wohnräume sein sollte, zu nutzen.

Die Komfortlüftung versorgt das gesamte Haus mit frischer temperierter Luft. Nachteilig ist, dass durch das Lüftungsprinzip eines Passivhauses eine individuelle Temperaturregelung der einzelnen Räume nur schwer möglich ist. Dies gilt insbesondere in den Wintermonaten, in denen zugeheizt werden muss. Um dieses Problem zu lösen, ist es zum Beispiel möglich, im Bad beheizbare Handtuchhalter zu montieren oder im Wohnraum eine zusätzliche Heizquelle zu schaffen.




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